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Dokumentenabgleich konfigurieren

Letzte Aktualisierung: 02.09.2025 • Lesezeit: ~12 Minuten

Mit Smart Processing richten Sie ein umfassendes, dynamisches Dokumentenabgleich-System ein. Die Konfiguration ist so flexibel, dass fast jeder Abgleichsprozess dargestellt werden kann – vom klassischen 2-/3-Wege-Abgleich für eingehende Rechnungen bis hin zu individuellen Szenarien wie Stammdatenzuweisungen oder speziellen Prozessen.

Diese Anleitung beschreibt:

  • wie man den Abgleich in einer Prozessvorlage aktiviert,
  • welche globalen Optionen verfügbar sind,
  • wie man die Linienabgleich-Konfiguration Schritt für Schritt einrichtet,
  • und wie man zusätzliche Prozesslogik ergänzt oder die Standardlogik mit benutzerdefinierten Ausführungscodeeinheiten ersetzt.

Voraussetzungen

  • Eine Prozessvorlage ist verfügbar.
  • Die relevante Dokumentenklasse (mit Linientabelle) existiert.
  • Optional: Ein Standard-Workflow wurde importiert, um Beispielkonfigurationen zu nutzen.

Tipp

Importieren Sie zu Beginn einen Beispiel-Workflow. Dort finden Sie vorkonfigurierte Setups (z. B. Rechnungsabgleich), die Sie als Referenz verwenden können.


Dokumentenabgleich in der Prozessvorlage aktivieren

  1. Öffnen Sie Ihre Prozessvorlage.
  2. Aktivieren Sie die Option Dokumentenabgleich aktivieren.
  3. Nach der Aktivierung erscheint die Schaltfläche Abgleichssetup in den Aktionen, die es Ihnen ermöglicht, zur Konfiguration zu wechseln.

Globale Abgleichsoptionen

Diese Optionen betreffen alle Abgleichssetups innerhalb der Vorlage:

Option Beschreibung Empfehlung
Automatischer Dokumentenabgleich Führt während der Dokumentenverarbeitung automatisch einen Abgleich durch. Der Abgleichsstatus ist im Entwurf sichtbar. Der Abgleich wird nur protokolliert (Transaktionscode '110'), wenn mindestens eine Linie erfolgreich abgeglichen wurde. Aktivieren, wenn standardisierte Dokumenttypen (Rechnung, Bestellung) verarbeitet werden.
Abgleich zwingend Dokument kann nur verarbeitet werden, wenn es vollständig abgeglichen ist. Verwenden, wenn fehlerfreie Daten unbedingt erforderlich sind (z. B. Rechnungen).
Erstellung bei Abgleich überspringen Geben Sie an, ob die Erstellung des Dokuments übersprungen werden soll, wenn ein gültiger Abgleich gefunden wird. Wenn aktiviert und die Importausführungsbedingung nicht auf 'Nie' gesetzt ist, wird die nach der Verarbeitung geöffnete Dokumentseite aus dem Abgleichssetup aufgerufen, anstatt ein neues Dokument zu erstellen. Dies macht nur Sinn, wenn das Abgleichssetup einen eigenen Prozess verarbeitet, wie z. B. eine benutzerdefinierte Codeeinheit wie "Sales-Quote to Order."

Hinweis

Verwenden Sie Erstellung bei Abgleich überspringen nur, wenn Ihre Codeeinheit den gesamten Prozess einschließlich Validierungen übernimmt. Andernfalls riskieren Sie fehlerhafte oder unvollständige Dokumente.


Abgleichssetup

Das Abgleichssetup ist das Herzstück des Abgleichprozesses. Hier wird definiert, welche Linien aus dem Dokument mit welchen Linien in Business Central abgeglichen werden.

Typisches Beispiel: 3-Wege-Abgleich für eingehende Rechnungen → Bestellung ↔ Wareneingang ↔ Rechnung.

Wichtig

Der Abgleich erfolgt ausschließlich auf Linienebene. Kopfwerte (z. B. Rechnungsnummer, Datum) werden nicht abgeglichen.

Schritt 1: Start

  • Abgleichssetup-Name – eindeutiger Name, der später im Prozess sichtbar ist. Nicht nachträglich änderbar.
  • Zwingender Abgleich – bestimmt, ob jede eingehende Linie abgeglichen werden muss.

Schritt 2: Abgleichstabelle

  • Abgleichs-Dokumentenklasse – bestimmt die Dokumentenklasse (einschließlich Linientabelle).
  • Abgleichstabelle Filter (Kopf-Filter) – schränkt die Ziel-Dokumente ein.

Beispiel: Rechnung enthält den Verweis "123" → Filter auf Nr. = 123. Das System findet sofort den passenden Kopf und die zugehörigen Linien.

Filteroptionen:

  • Keine – kein Filter.
  • Suchtext – verwendet Felder, die während der Erfassung erfasst wurden.
  • Vorlagenfeld – verwendet Werte aus Vorlagenfeldern.
  • Fester Wert – setzt einen festen Wert.
  • Nullwert zulassen – bestimmt, ob leere Werte erlaubt sind.

Tipp

Verwenden Sie eindeutige Kriterien wie Dokumentennummer oder Externe Referenz, um manuellen Nachbearbeitungsaufwand zu minimieren.

Schritt 3: Abgleich einrichten (Anzeigefelder und Abgleichsfelder)

Hier bestimmen Sie, welche Felder angezeigt und welche für den Abgleich verwendet werden.

  • Anzeigefelder – unterstützen die manuelle Überprüfung (z. B. Menge, Beschreibung).
  • Abgleichs-Vorlagenfelder – verknüpfen Dokumentfelder mit Tabellenspalten.

Beispiel:

Feldname Abgleichs-Vorlagenfeld Zweck
Menge Menge (aus Vorlage) Abgleich der Rechnungsmenge mit dem Wareneingang

Optionen:

  • Abweichung akzeptieren → Erlaubt Abweichungen, die nicht als Fehler betrachtet werden. In Kombination mit der Codeeinheit 5673350 "SIM_DI Update Deviating Fields" können solche Abweichungen automatisch korrigiert werden. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt Verfügbare Prozess-Codeeinheiten (Simova & Standard).

  • Abgleichstoleranz → Definiert eine numerische Toleranz für Dezimal- und Ganzzahl-Felder. Wenn gesetzt, akzeptiert die Abgleichslogik Werte, bei denen der absolute Unterschied zwischen dem eingehenden Wert und dem Aufzeichnungswert kleiner oder gleich der Toleranz ist. Dieses Feld ist nur für Dezimal- und Ganzzahl-Datentypen aktiviert. Wenn die Toleranz 0 oder nicht gesetzt ist, wird das Feld auf Keine angezeigt und strikte Gleichheit wird durchgesetzt. Für Text-Felder führt der Abgleich eine Leerzeichen-Normalisierung durch (Zusammenfassen mehrerer Leerzeichen), bevor ein fallunempfindlicher Vergleich durchgeführt wird, um die Abgleichszuverlässigkeit zu verbessern.

Best Practice für Abgleichstoleranz

Verwenden Sie Abgleichstoleranz für Felder, bei denen geringfügige Rundungsdifferenzen oder unbedeutende Abweichungen akzeptabel sind (z. B. Mengen- oder Preisfelder mit Rundung). Für strikte Felder wie Dokumentennummern oder Referenzen lassen Sie die Toleranz auf 0, um einen genauen Abgleich durchzusetzen.

Schritt 4: Automatisierung (Auto-Abgleich)

Mit dieser Option weist das System automatisch Linien zu.

  • Tabellenfeldname – Spalte in der Zieltabelle (z. B. Nr.).
  • Eingehendes Linienfeld – Feld aus der eingehenden Linie (z. B. Artikelnummer).
  • Nullwert zulassen – erlaubt das Filtern mit leeren Werten.

Best Practice

Filtern Sie nach eindeutigen Feldern wie Nr.. Beispiel: Eingehende Linie.Nr. = Tabellenlinie.Nr. → automatische Verknüpfung ohne manuelles Eingreifen.

Schritt 5: Benutzerdefinierter Ausführungsprozess (optional)

Kopfzeilenfelder aktualisieren:

Mit der Funktion "Kopfzeilenfelder aktualisieren" im Abgleichsprofil-Setup können Sie angeben, welche Felder im Kopf des abzugleichenden Dokuments nach einem erfolgreichen Abgleich aktualisiert werden sollen. Diese Option erweitert den Abgleich, um gezielte Bearbeitungen oder Überschreibungen von Kopfzeilendaten zusätzlich zu den Linienfeldern zu ermöglichen.

Feld Beschreibung
Tabellenfeldname Gibt den Namen des Ziel-Feldes an, das im Abgleichsprozess aktualisiert wird.
Feldwertoption Bestimmt, wie der neue Feldwert ermittelt wird:
Fester Wert – Ein fester Wert wird gesetzt.
Vorlagenfeld – Der Wert wird aus einem anderen Feld der Vorlage entnommen.
Vorlagenfeld Gibt das Feld des Quellfeldes an, dessen Wert im Falle der Vorlagenfeld-Option entnommen werden soll.
Fester Feldwert Wenn Fester Wert gewählt wird, definiert dieser Eintrag den festen Wert, der in das Kopfzeilenfeld geschrieben wird.

Hinweis: Diese Konfiguration ermöglicht die automatische Anpassung von Kopfzeilendaten, sobald ein Dokument erfolgreich abgeglichen wurde – beispielsweise um Buchungs-, Status- oder Datumsfelder zu aktualisieren und somit den gesamten Prozess abzuschließen.

Benutzerdefinierte Ausführungscodeeinheiten:

Definieren Sie, welche Codeeinheit nach einem erfolgreichen Abgleich ausgeführt wird.

  • Ausführungsbedingung – steuert, wann die Codeeinheit ausgeführt wird: • Bei eindeutiger Übereinstimmung → nur bei eindeutiger Übereinstimmung. • Immer → auch bei mehreren Setups.

  • Ausführungscodeeinheit – Nummer der auszuführenden Codeeinheit.

Wichtig

Der Status des Abgleichs muss Vollständig abgeglichen sein, andernfalls werden die Prozesse nicht ausgeführt.


Verfügbare Prozess-Codeeinheiten (Simova & Standard)

Nach dem Abgleich können Codeeinheiten automatisch gestartet werden. Diese ergänzen die Logik oder ersetzen sie vollständig.

Codeeinheit Beschreibung Typisches Szenario Beispiel
5673320 "SIM_DI Purch.-Get Receipts" Importiert Wareneingangszeilen in die Rechnung. (In den Prozess integrieren) 3-Wege-Abgleich (Bestellung ↔ Wareneingang ↔ Rechnung). Rechnung mit Wareneingang: Die Positionen aus dem Wareneingang werden in die Rechnung übertragen.
5673321 "SIM_DI Purch.-Get Order" Importiert Bestellzeilen in die Rechnung. In den Prozess integrieren 2-Wege-Abgleich (Bestellung ↔ Rechnung). Eingehende Rechnung ohne Wareneingang: Bestellzeilen werden übertragen.
5673350 "SIM_DI Update Deviating Fields" Aktualisiert Felder mit Abweichungen (wenn Abweichung akzeptieren aktiv ist). (Prozesslogik ersetzen) Eingehende Rechnung mit Preis-/Mengenabweichung. Abweichende Menge in der Rechnung → Codeeinheit überschreibt Zieldaten mit Rechnungswerten.
Beispiel 83 "Sales-Quote to Order" (Standard BC) Wandelt ein Verkaufsangebot in eine Bestellung um. Prozesslogik in Verkaufsszenarien ersetzen. Angebotsdokument wird direkt in eine Bestellung umgewandelt.

Praktische Beispiele

Wareneingänge übertragen

  • Dokument: Eingehende Rechnung
  • Setup: Bestellung + Wareneingang
  • Codeeinheit: 5673320
  • Ergebnis: Wareneingangszeilen werden automatisch eingefügt.

Bestellzeilen importieren

  • Dokument: Eingehende Rechnung ohne Wareneingang
  • Codeeinheit: 5673321
  • Ergebnis: Rechnung erhält die Positionen aus der Bestellung.

Abweichungen behandeln

  • Dokument: Eingehende Rechnung mit abweichender Menge
  • Setup: Abweichung akzeptieren aktiv
  • Codeeinheit: 5673350
  • Ergebnis: Abweichung wird akzeptiert und Zieldaten werden aktualisiert.

Fehlersuche

  • Keine Treffer mit Filtern – Überprüfen Sie die Filtereinstellungen (Groß-/Kleinschreibung, Nullwert zulassen).
  • Automatische Zuordnung wird nicht angewendet – Setzen Sie Tabellenfeldname und eingehendes Linienfeld auf eindeutige Werte.
  • Ausführungsprozess wird nicht ausgeführt – Überprüfen Sie den Abgleichsstatus (Vollständig abgeglichen) und stellen Sie sicher, dass Ausführungscodeeinheit aktivieren aktiviert ist.

Nächste Schritte